Kupferprämie und Lagerbestand: Was ein einfaches Modell zeigt
Eine Gegenüberstellung von LME-Lagerbestand und Kupferprämie mit einem Gradient-Boosting-Modell.
Die Kupferprämie — der Aufschlag des physischen Metalls auf den Terminpreis — gilt als Stimmungsbarometer für die physische Nachfrage. Wir prüfen, wie gut der LME-Lagerbestand allein die Prämie erklärt und was ein einfaches Modell daraus liest.
Fragestellung
Reicht der Lagerbestand als Eingangsgröße, um die Bewegung der Prämie in den Folgewochen zu beschreiben? Oder überdeckt ein scheinbar klares Muster lediglich den Einfluss anderer Faktoren wie Frachtraten und asiatischen Terminkalender?
Datenbasis
Verwendet werden wöchentliche Reihen der LME-Bestände, der Prämie für Europa und der Terminkurve. Der Zeitraum umfasst mehrere Jahre. Wochen ohne gemeldete Prämie bleiben als Lücke stehen, statt imputiert zu werden.
Modell
Ein Gradient-Boosting-Modell erhält den Bestand, die Veränderung zum Vorwoche und die Neigung der Terminkurve als Eingangsgrößen. Die Ausgabe ist die Richtung der Prämieneveränderung. Die Fehler auf gehaltenen Wochen werden ehrlich berichtet, nicht geglättet.
Lesart
Das Modell erklärt einen Teil der Variation, überschätzt aber seine Trefferquote in Phasen starker Frachtbewegungen. Die Botschaft ist nicht, dass Bestände gleichgültig seien, sondern dass ein einzelner Faktor die Prämie nie allein erzählt. Wer auf Kupfer setzt, sollte mehrere Reihen zusammenlesen.
Was diese Untersuchung nicht leistet
Sie nennt keine Kauf- oder Verkaufszeitpunkte. Sie trifft keine Aussage über konkrete Wertpapiere und ersetzt keine Beratung. Sie ist ein Methodenbeitrag, kein Handlungsauftrag.